Geschichte
1893 wurde die Goethe-Schule als Bildungseinrichtung der evangelischen Kirchengemeinde unter dem Namen Colegio Alemán gegründet. Ihr Zweck bestand darin, den Kindern der deutschen Einwandererfamilien in Paraguay eine Schulbildung zu ermöglichen.
1910 wurde die Verwaltung von Kirche und Schule getrennt und ein eigener Vorstand gewählt. Mit diesem Schritt waren weitere bedeutende Veränderungen verbunden, wie z.B. die Einführung des paraguayischen Lehrplans und der Unterricht in spanischer Sprache.

Die deutsche Schule öffnete sich auch bald jenen paraguayischen Schülern, die zur deutschen Gemeinde keine Beziehungen hatten. Dadurch nahm die Schülerzahl bedeutend zu und 1922 war die Grundschule voll ausgebaut. Durch all diese Änderungen entstand ein weiterer Bedarf an Räumlichkeiten und infolgedessen wurde an der Av. España ein neues Schulgebäude erworben.
Während des Chaco-Krieges wurde 1932 die staatliche Schule Colegio Nacional in ein Krankenhaus umgewandelt und eine große Zahl von Schülern und Lehrern stand plötzlich ohne Klassenzimmer da. Die Deutsche Schule beschloss, sie aufzunehmen, und stellte den Schülern der Sekundarstufe nachmittags ihre Klassenzimmer zur Verfügung. Das war gleichsam der Beginn der Sekundarstufe.
Nach dem zweiten Weltkrieg (1945) wurden gegen die Deutsche Schule verschiedene Maßnahmen ergriffen. Um schlimmere Folgen zu vermeiden, beschloss Dr. Luis A. Lezcano - damals Schulleiter im Auftrag vom Ministerium für Erziehung und Kultur - den Namen der Schule zu ändern. Aus dem Colegio Alemán wurde das Colegio Goethe.
Alle Bemühungen blieben jedoch wirkungslos und noch im selben Jahr wurde dem deutschen Schulverein der Status einer öffentlichen Körperschaft entzogen und alle Schuleinrichtungen gingen auf das Erziehungsministerium über. Daraufhin wurde ein Jahr später die Asociación Cooperadora del Colegio Goethe (Verein der Goethe Schule) gegründet, der es nach langen und zähen Verhandlungen gelang, die volle Verwaltung und das ganze Eigentum der Schule wieder zu erhalten.
Der Schulverein setzte sich auch erfolgreich dafür ein, dass Deutsch als Mutter- und Fremdsprache in das Unterrichtsprogramm aufgenommen werden konnte. Auch wurde bald der Erwerb eines neuen Schulgebäudes notwendig, da zu jener Zeit schon mehr als eintausend Schüler die Schule besuchten.
Dank einer Spende der deutschen Regierung war es möglich, ein geeignetes Grundstück zu erwerben.
1984 konnten Kindergarten, Vorschule und Grundschule auf das neue Gelände in der Wohngegend Isla de Francia umziehen.
1989 wurde die Übersiedlung mit dem Umzug der Sekundarstufe abgeschlossen.
Im Jubiläumsjahr 1993 weihte die Schule umfangreiche Sporteinrichtungen mit Fußball-, Volleyball-, Basketball- und Handballplätzen sowie einem Hartplatz für Turnübungen ein. Hinzu kam 1997 eine überdachte Sporthalle.
Mit dem Ziel, das pädagogische Angebot und die Infrastruktur zu verbessern, wurden von 1996 bis 1999 die Vorschulabteilung und die Grundschulen um- und ausgebaut sowie der Parkplatz neu gestaltet.
Mitte 2002 wurde das Auditorium Ulrich Schmidel eingeweiht, das den Schülern für kulturelle Veranstaltungen optimale Möglichkeiten bietet.
Die Schulreform bewirkte nicht nur im pädagogischen Bereich Veränderungen, sondern machte auch eine Reihe von Umbauten notwendig. In den Jahren 2002 und 2003 wurden die Mensen der Grundschule und Sekundarstufe vergrößert, damit die Schüler während der Mittagspause angemessen verpflegt werden können.
Auch wurden in allen Klassenräumen der Grundschule und Sekundarstufe Klimaanlagen eingebaut.
2005 wurde sowohl die Bücherei der Grundschule als auch die der Sekundarstufe ausgebaut, um die Studienmöglichkeiten zu erweitern. Die Bestände wurden auf Datenbanken elektronisch erfasst, die Computer für die Gruppenarbeit vernetzt und freier Internetzugang eingeführt, damit die Schüler umfangreiche Recherchen durchführen können.
Gegenwärtig wird hauptsächlich an der Verbesserung der Sicherheitseinrichtungen gearbeitet. Zu diesem Zweck werden komplexe Systeme für die Brandverhütung und -bekämpfung installiert.